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Sonntag, 26. August 2012, 20:36 Uhr
30 Menschen protestieren gegen Neonazi-Aktion
NPD-Stand in Kaltenkirchen
Allein auf weiter Flur: Auch der Mann vor dem Stand gehörte zum "Personal" des NPD-Standes am Samstag in Kaltenkirchen (Foto: Infoarchiv)
ram. | Rund 30 Menschen haben am Samstag vor dem Kaltenkirchener Rathaus gegen einen Infostand der NPD demonstriert. Für die Rechtsradikalen interessierten sich hingegen nur eine Handvoll Menschen meist hohen Alters, während ihnen zahlreiche PassantInnen "rote Karten" zeigten.
Die hatten im Umfeld des Infostands die Segeberger Jusos verteilt und damit ebenso für "szenischen Protest" gesorgt, wie eine Gruppe Punks, die zahlreiche Autofahrer mit dem Slogan "Hupen gegen Nazis" zur Teilnahme animierten. Die NPD war wie üblich mit fünf Aktivisten unter Führung ihres Segeberger Kreisvorsitzenden Daniel Nordhorn angerückt und beschränkte sich im wesentlichen auf Präsenz an ihrem Infotisch. Als Nordhorn persönlich zwei Mal versuchte, auf dem nahen Wochenmarkt Flyer zu verteilen, begleiteten ihn AntifaschistInnen und verhinderten so jegliche Kontaktaufnahme. Derweil verzeichnete die NPD während ihres insgesamt dreistündigen Auftritts handgezählte fünf InteressentInnen an ihrem Stand, davon vier in hohem Rentenalter.
Bereits seit Sommer 2011 bemühen sich Nordhorn & Co um regelmäßige Aktionen im Kreis Segeberg, was ihnen personell zwar erkennbar schwerfällt, bisher aber gelingt. Insbesondere seit den Landtagswahlen - rein strategisch betrachtet etwas unverständlich - klappen die Rechtsradikalen regelmäßig ein- bis zweimal pro Monat ihren Tapeziertisch in einer der größeren Gemeinden im Kreis auf, um anschließend für zwei bis drei Stunden fast ohne Kontakt zur Bevölkerung Präsenz zu zeigen. Anschließend verfasst Nordhorn meist Berichte über "großes Interesse" oder "viele gute Gespräche" und layoutet die mit Fotos der Infostände auf menschenleeren Plätzen.
Der neueste Artikel auf der Homepage der NPD Segeberg-Neumünster befasst sich übrigens mit dem NS-Kriegsverbrecher Erich Priebke, der im März 1944 an der Erschießung von 335 ZivilistInnen nahe Rom beteiligt war. In dem von Nordhorn unterzeichneten Text wird die Geiselerschießung als "vollkommen normale Kriegshandlung" bezeichnet, der Autor weiter: "Erich Priebke nahm als Offizier an den Erschießungen teil - als ein deutscher Soldat, der seine Pflicht tat."
Veröffentlicht in Faschismus/Antifaschismus mit den Schlagworten Antifa, Daniel Nordhorn, Jusos, Kaltenkirchen, NPD
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