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Dienstag, 17. Juli 2012, 15:53 Uhr
Auch Norderstedter Filiale betroffen?
Karstadt steht vor Kündigungswelle
Infoarchiv Norderstedt | Nach übereinstimmenden Medienberichten will der Warenhauskonzern Karstadt 2000 Stellen abbauen. Heute sollen die Beschäftigen – sicher auch in Norderstedt – informiert werden.
Welche Filialen betroffen sein werden und in welchem Umfang ist derzeit noch nicht bekannt. Das Unternehmen hatte am Montagabend lediglich mitgeteilt, das 2000 der ca. 25 000 Stellen abgebaut werden sollen. Unternehmensangaben zufolge soll es nicht zu einer neuerlichen Schließungswelle kommen, alle Häuser sollen einen positiven Ergebnisbeitrag liefern. Bereits im Mai 2009 hatten die Beschäftigten und die Geschäftsleitung der Norderstedter Filiale mit einer Unterschriftenaktion für den Erhalt ihres Hauses gekämpft. Ähnliche Aktionen fanden im gesamten Bundesgebiet statt. Nachdem die Beschäftigen des seinerzeit insolventen Konzerns nach der Übernahme durch den Investor Nicolas Berggruen auf Teile ihres Gehalts verzichtet hatten, läuft der Sanierungstarifvertrag nun bald aus.
Mit dem Auslaufen des Sanierungstarifvertrages zum 1. September sollen die Beschäftigten wieder ihr ursprüngliches Gehalt bekommen. Allerdings zum Preis von mindestens 2000 abzubauenden Stellen. Denn bei den zur Disposition stehenden Stellen handelt es sich um Vollzeitstellen. Von den derzeit ca. 25 000 Beschäftigen befinden sich ungefähr 18 000 in Vollzeit, die restlichen 7000 in Teilzeit. Da aber sicher auch Teilzeitstellen wegfallen werden, könnten wesentlich mehr als 2000 MitarbeiterInnen betroffen sein. Wie nicht anders zu erwarten, soll der Stellenabbau "so sozialverträglich wie möglich" erfolgen. Üblicherweise wird Mitarbeitern der frühere Übergang in die Rente schmackhaft gemacht werden und befristete Verträge nicht verlängert. Mehr als eine unverbindliche Mitteilung über den genannten Sachverhalt dürften die Mitarbeiterinnen wohl nicht bekommen, denn die Einzelheiten müssen natürlich noch mit dem Betriebsrat festgelegt werden. Mindestens bis Oktober werden die MitarbeiterInnen im Unklaren bleiben.
Veröffentlicht in Arbeit & Kapital mit den Schlagworten Karstadt, Nicolas Berggruen
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