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Hinweis: Dieser Artikel berücksichtigt nur die Faktenlage bis zum 28. 02. 2010. Veränderungen, die evtl. danach eingetreten sind, sind in diesem Artikel nicht berücksichtigt.

Eskalation bei Johnson & Johnson


Weitere 200 Arbeitsplätze in Gefahr - Betriebsrat bricht Verhandlungen ab

Olaf Harning

Weil die Unternehmensführung des "Gesundheitskonzerns" Johnson & Johnson in Norderstedt immer neue Entlassungspläne auf den Tisch legt, haben Betriebsratschef Ayhan Ötztürk und Gewerkschaftsfunktionär Jan Eulen (IG BCE) jetzt die Verhandlungen mit der Arbeitgeberseite abgebrochen. So lange die Unternehmensleitung nicht bereit sei, über ein "Gesamtpaket zur Sicherung der Arbeitsplätze" zu verhandeln, machten die Gespräche keinen Sinn, teilten die Arbeitnehmervertreter in einer Presseerklärung mit.

28. Februar 2010 
Tatsächlich wäre das Unternehmen laut § 90 Betriebsverfassungsgesetz verpflichtet gewesen, den Betriebsrat bereits in der Planungsphase der Umstrukturierung umfassend zu unterrichten, wass offensichtlich unterblieb. Wohl auch deshalb versammelten sich noch gestern Nachmittag mehr als 400 Beschäftigte des Konzerns vor dem Betriebsratsbüro und später in der Kantine, um sich im Rahmen einer spontanen Informationsveranstaltung des Betriebsrats hinter den Abbruch der Gespräche und die Forderungen der Gewerkschaft zu stellen. Da im Werk mehrschichtig gearbeitet werde und ein Teil der Beschäftigten gar nicht anwesend war, werten Ötztürk und Eulen diese Aktion als weiteres Zeichen dafür, dass die Belegschaft zu möglichen Auseinandersetzungen mit Johnson & Johnson bereit ist. Am 8. März will die Industriegewerkschaftn Bergbau Chemie Energie jetzt eine Tarifkommission für den Konzern gründen, außerdem versammelt die IG BCE an diesem Tag alle Mitglieder bei Johnson & Johnson. Sollte sich das Unternehmen nicht auf seine Mitarbeiter zubewegen, könnte es schon in wenigen Wochen zu ersten Arbeitskampfmaßnahmen kommen. Der weltweit tätige Pharmazie- und Konsumgüterhersteller beschäftigt in Norderstedt derzeit 2.300 Menschen und schreibt in der hiesigen Niederlassung offenbar "tiefschwarze" Zahlen. Über den bereits vor einigen Monaten beschlossenen Abbau von 170 Stellen hinaus sollen nun in mehreren anderen Bereichen der Produktion weitere 200 Stellen gestrichen werden - mindestens. Außerdem sind nach Darstellung von Betriebsrat und IG BCE weitere Arbeitsplätze im Marketing-, IT- und Controlling-Bereich gefährdet.


Quelle: IG BCE Hamburg; eigene Recherche


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