"Junger Mann rastete aus" |
Samthandschuhe gegen stadtbekannten Nazi-Schläger
Mike M. (26), so der Prozessbericht der Norderstedter Zeitung, habe am Tatabend sehr viel mehr als üblich getrunken, weil er nach einem Autounfall nicht nur seine Stellung als Kfz-Mechaniker verloren hatte, sondern Ärzte auch noch seine rechte Hand "auf unbestimmte Zeit steif legen" wollten.
Aus diesem Grund sei der "junge Mann" am Tatabend in die Gaststätte "Crazy" eingekehrt, habe sich betrunken und später Streit mit einer 22jährigen Besucherin der Kneipe angefangen. Dabei ist Mike M. (voller Name der Red. bekannt) schließlich in eigenen Worten "der Faden gerissen", worunter er versteht, der Betroffenen durch das geschlossene Autofenster hindurch mit Springerstiefeln gegen den Kopf zu treten. Auch von den hinzugerufenen Polizeibeamten wollte M. sich anschließend nicht wirklich beruhigen lassen und leistete erheblichen Widerstand gegen die Beamten.
Obwohl Mike M. damit nicht das erste Mal eingschlägig aufgefallen war, obwohl er schon mehrfach linksgerichtete Menschen auf offener Straße attackierte und dabei zum Teil nicht unerheblich verletzte, verkündete Amtsrichter Leendertz überraschend eine positive Prognose für den "jungen Mann", als gebe es derzeit kein gesellschaftliches Problem durch militanten Rechtsextremismus.
Entsprechend milde fiel das Urteil aus: Einstellung des Verfahrens gegen 400 Mark Geldbuße für den Neonazi. Dieses "Urteil" dürfte noch am selben Abend von M. & Kameraden in ihrer Stammkneipe "Crazy" am Alten Kirchenweg gebührend gefeiert worden sein.
Informationsquelle: Nadelstiche-Online