Grüne fordern Geld für ZwangsarbeiterInnen ! |
Die Fraktion Bündnis 90 / Die Grünen in der Norderstedter Stadtvertretung will während der nächsten Sitzung des städtischen Gremiums den Antrag stellen, daß die Stadt Norderstedt einen symbolischen Betrag zur Stiftungsinitiative der Deutschen Wirtschaft zur Entschädigung von ZwangsarbeiterInnen bereitstellt. Dabei folgen die Grünen bei der Bemessung der Höhe des Betrages anderen bundesdeutschen Städten, die diesen Schritt bereits gegangen sind. Die betreffende Stadtvertretersitzung findet statt am 17. Oktober, 19 Uhr, im Plenarsaal des Norderstedter Rathauses (Rathausallee).
Norderstedt soll demnach aus seinem Stadtsäckel eine Mark pro EinwohnerIn auf das Konto der Sitiftungsinitiative überweisen, also insgesamt ungefähr 70.000 Mark. Die Forderung der Grünen ist einerseits das Resultat der eigenen innerparteilichen Auseinandersetzungen mit dem Thema "Zwangsarbeit", rührt andererseits aber auch von bereits zuvor geäußerten Forderungen der Norderstedter VVN/BdA - Ortsgruppe (Vereinigung der Verfolgten des Nationalsozialismus/Bund der AntifaschistInnen) her. Die örtliche VVN/BdA hatte allerdings auf ihre Anfragen hin keinerlei positive Reaktion zu verzeichnen.
Unterdessen hat das Info Archiv vor kurzem Informationen über Zwangsarbeit in einem ehemaligen Norderstedter Unternehmen an die Bürgerschaftsgruppe "REGENBOGEN" in Hamburg übergeben, die sich der heute in Hamburg ansässigen Firma "annehmen" will. Dabei handelt es sich um das Unternehmen "Franz Potenberg GmbH", das während der NS-Zeit mehr als 100 ZwangsarbeiterInnen im damaligen "Hartsteinwerk" an der Ulzburger Straße hatte arbeiten lassen.