Weiter Hungerstreik in Glasmoor |
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12 Gefangene verweigern weiter jede Nahrung |
Auch am Sonntag, den 15. Juli beteiligten sich weiterhin 12 Häftlinge an einem unbefristeten Hungerstreik. Das erfuhren die rund 25 TeilnehmerInnen des traditionellen Sonntagsspazierganges per Rufkontakt vor den Gittertoren des Containerknastes.
Der nunmehr elftägige Hungerstreik der Gefangenen richtet sich dabei einerseits gegen die Haftbedingungen im Abschiebetrakt (Haus 3) der JVA Glasmoor, vor allem aber gegen ihre Inhaftierung überhaupt. "We are not criminal, we are not criminal", "Wir brauchen Freiheit !", oder "Let them go home. Tey are stiking for going home. Some of them are here for seven month. For what ?" waren dabei Äußerungen, die den 25 AntirassistInnen - u.a. Mitglieder der Hamburger Glasmoorgruppe - zugerufen wurden.
Ein schwarzafrikanischer Häftling drohte außerdem mit einer Zuspitzung des Hungerstreiks: "We Africans here are ready to die, when they don´t let us free. They want to make us ill, they want to kill us. We are ready to die." Damit übte der Mann gleichzeitig scharfe Kritik am Anstaltspersonal, dass die am Hungerstreik Beteiligten zur Zeit harten Repressalien aussetzt. So sei den Männern aus mindestens fünf Herkunftsländern nahezu alles verboten, was das Leben in Abschiebehaft erträglicher macht.
Zudem scheint die medizinische Versorgung katastrophal: "The doctor comes every morning. He don´t helps us. He tells the authorities, that there is no hungerstrike. The doctor is a racist.". Mehrere Gefangene verweigern nach eigenen Aussagen jetzt, den Anstaltsarzt zu sehen.
Wie lange die Gefangenen den Hungerstreik durchhalten können, ist derweil völlig unklar. Einige Beteiligte sind nach Aussagen anderer Häftlinge bereits "weggebracht" worden, vermutlich in die Krankenstation des Untersuchungsgefängnisses Holstenglacis in der Hamburger Innenstadt. Schon in der Vergangenheit waren Proteste dieser oder ähnlicher Art dadurch unterbunden oder gestört worden, dass die Beteiligten voneinander getrennt, also Gefangene verlegt wurden. Das scheint auch diesmal ebenso die Taktik der Justizbehörde zu sein, wie den Hungerstreik zu leugnen, bzw. klein zu reden.
Die antirassistische Kundgebung endete heute mit gemeinsamen Parolen dies- und jenseits der Anstaltszäune. "Hoch die Internationale Solidarität", oder "Stop deportation, free all prisoners" können den Gefangenen jedoch nur mittelbar helfen. Was sie brauchen, ist Öffentlichkeit für ihre Form des Protests gegen Rassismus und Menschenverachtung.
Quelle: Info Archiv Norderstedt