Sonntagsspaziergang im Glasmoor

"Ich habe nichts getan, keine Vergewaltigung, keinen Mord, kein Nichts. Ich bin Flüchtling, aber man behandelt mich nicht wie einen Flüchtling, sondern wie einen Kriminellen."
So rief ein Liberianischer Gefangener am 15. Oktober den 15 AntirassistInnen zu, die sich am Sonntagsspaziergang gegen den Abschiebeknast Glasmoor in Norderstedt-Glashütte beteiligten. Steve Nossom (Name geändert) teilte den DemonstrantInnen außerdem mit, daß er am darauffolgenden Donnerstag (19.10.) nach Ghana deportiert wird, obwohl er noch nie einen Fuß in dieses Land gesetzt hat. Daß er nicht der einzige Betroffene dieser Deportationspraxis in Deutschland ist, fanden die AntirassistInnen wenige Minuten später erneut bestätigt. Mit Mahmado Tamson (Name geändert) meldete sich per Rufkontakt ein weiterer Afrikaner, der in den nächsten Tagen in ein für ihn fremdes Land abgeschoben werden soll. Der Mann aus Sierra Leone soll gegen seinen Willen nach Gambia deportiert werden.
"Sind wir Afrikaner Tiere ?", frage Nossom deshalb die DemonstrantInnen gegen Ende der Protestaktion, und antwortete selber: "Nein, wir sind Menschen, wie die Deutschen selbst, wir sind keine Tiere, aber das ist Deutschland im Jahr 2000. Was ist mit Menschenrechten hier ?" Dieser Frage ist wohl nichts hinzuzufügen. Der nächste Sonntagsspaziergang findet am 19. November ("Volkstrauertag") statt, Treffen ist wie immer um 15 Uhr an der Ecke Glasmoorstraße/Am Glasmoor.
Hier gibts ein Foto (67KB)

Nächster "Spaziergang": Sonntag den 19. November ("Volkstrauertag")
15 Uhr - Ecke Glasmoorstraße/Am Glasmoor


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Last modified: Mon Sep 18 10:43:26 CEST 2000