Anschläge in HH-Schnelsen und Bönningstedt |
"Autonome Zelle" greift Neonazi-Strukturen an |
In der Nacht zum 24. April hat die militante Gruppe "autonome zelle in gedenken an ulrike meinhof" nach eigenen Angaben "zwei antifaschistische aktionen" durchgeführt. So haben die AktivistInnen laut ihres Bekennerschreibens "den eingangsbereich des zeitschriftenkiosks ´tabak börse` im hamburger stadtteil schnelsen (...) mit der parole: ´kein verkauf von nazipresse-den faschisten eins´s in die Fresse.`" besprüht und dort einige Scheiben eingeschlagen. Außerdem bezichtigte sich die Gruppe in selbigem Schreiben, Scheiben der Bönningstedter Bahnhofsgaststätte "Coupe" eingeschlagen und Flaschen mit Buttersäure sowie Farbe in die Räume der Kneipe geworfen zu haben.
Die "autonome zelle in gedenken an ulrike meinhof" begründete ihre Aktionen jeweils mit der Bedeutung der zwei Anschlagsziele für die neofaschistische Szene. So würde der genannte Kiosk trotz einer erfolgten Aufforderung, das zu unterlassen, in hoher Auflage die neofaschistische "National-Zeitung" vertreiben, die Gaststätte "Coupe" hingegen fungiere seit geraumer Zeit als Treffpunkt für die regionalen Zusammenhänge des sogenannten "Nationalen Widerstandes".
Tatsächlich fand dort nach verschiedenen Berichten am 1. März 2001 ein größeres Neonazi-Konzert mit der US-amerikanischen "Blood-and-Honour"-Band "Youngland" statt, zu dem bis zu 150 Nazi-Skinheads erschienen.
Die "autonome zelle" zeichnete in den letzten Monaten für eine ganze Reihe von Anschlägen in der Region verantwortlich, die sich zumeist gegen Neonazi-Strukturen und in die Ausländerpolitik verwickelte Politiker von CDU und SPD, richteten. Zuletzt machte die Gruppe von sich reden, als sie einen Brandanschlag auf das Bönningstedter Polizeirevier verübte und dabei auch einen darüber wohnenden Polizeibeamten gefährdete.
Eben jene Polizei gibt sich derweil zugeknöpft, was die Suche nach den Mitgliedern der Gruppe betrifft. Bislang konnten zumindest keine Erfolge vermeldet werden, man tappt offensichtlich im Dunkeln.
Quelle: Info Archiv